Locken und Finanzen haben viel mehr gemeinsam als du denkst. Beide erscheinen auf den ersten Blick unverständlich und schwierig handzuhaben. Auf den zweiten jedoch, nach etwas Routine und Organisation, ist beides nicht so schwierig wie anfänglich angenommen. Der Überblick über deine Finanzen legt den Grundstein für deine Reise in die Finanzwelt und ist auf Grund dessen von enormer Wichtigkeit.
In diesem Blogpost gehen wir durch die ersten Schritte um Klarheit und Struktur in die persönlichen Finanzen zu bringen. Hierfür werden wir durch die Grundlagen eines Budgets und des Mehrkontenprinzips gehen.
Schritt #1: Definiere deine Ziele und erschaffe Klarheit
Welche kurz- und mittelfristige Ziele möchtest du erreichen? Welche grossen Projekte oder Anschaffungen stehen in nächster Zeit an? Planst du vielleicht eine Reise oder möchtest du ein Auto kaufen?
Falls du dich eher mit digitalen Notizen wohl fühlst erstelle ein One Note oder Word Dokument, ansonsten ist ein Notizbuch perfekt. Schreib dir auf welches Ziel du bis wann erreichen möchtest und welchen Betrag du hierfür benötigst.
In unserem Beispiel hat Marie zwei Ziele. Zum einen möchte sie in eine Ausbildung beginnen. Die Ausbildungskosten belaufen auf CHF 3’500.-, Zeitdruck hat sie keinen. Zum anderen haben Marie und ihr Freund beschlossen, hierfür haben sie einen Zeitrahmen von 5 Jahren und ein Budget von CHF 25’000 gesetzt.
Schritt #2: Erstelle dein Budget
Es ist essentiell, dass du dich mit dem Budget wohl fühlst. Somit entscheide auch hier als erstes ob du lieber analog in deinem Notizbuch weiterschreibst oder digital. Für beide Varianten gibt es ebenfalls mehrere Vorlagen. Du kannst bspw. ganz einfach «Haushaltsbuch» googlen für analoge Varianten, eine kostenlose Excel Budgetvorlage benutzen oder bspw. auf Etsy eine erwerben, letztere haben dann meistens mehrere Funktionen. Bald wir auch eine Curly on a Budget Vorlage als Freebie zur Verfügung stehen, diese wird dann hier verlinkt.
Sobald du dich für die passende Vorlage entschieden hast, geht es darum, deine Einnahmen und Ausgaben gegenüberzustellen. Zuerst schreibst du all deine Einnahmen auf: Lohn, Nebenverdienste, Kinder- oder Ausbildungszulagen usw. Danach listest du deine fixen Ausgaben auf: Miete, Strom, WLAN, Serafe, Einkauf, Versicherungen, allfällige Schulden, Steuern etc.
Um den verbleibenden Betrag aufzuteilen, sind nun deine Prioritäten ausschlaggebend. Wie wichtig sind dir deine Sparziele? Wie wichtig sind dir deine persönlichen Ausgaben? Denn du hast nun zwei Möglichkeiten: Du ziehst zuerst deinen Wunschsparbetrag ab oder die Beträge für deine persönlichen Ausgaben. Im Idealfall gehst du durch deine letzten 3 Bankauszüge und erschaffst dir einen Überblick über deine persönlichen Ausgaben. Anhand davon definierst du pro Kategorie einen Betrag.
Persönlich empfehle ich bezgl. den persönlichen Ausgaben 3 Hauptkategorien zu definieren. Das sind Kategorien die mich glücklich machen, Dinge für die ich gerne Geld ausgebe. So kann ich meine Ausgaben ohne Schuldgefühle einteilen und steuern.
In unserem Beispiel verdient Marie CHF 5’300.- und hat fixe Ausgaben in Höhe von CHF 2’800.- (inkl. dem Sparbeitrag für ihre Steuern). Da sie zusammen mit ihrem Freund zusammengezogen ist, konnte sie ihre Ausgaben minimieren. Marie zahlt monatlich CHF 1’000 ein um ihre Schulden abzuzahlen.
Zur Einteilung bleiben ihr somit CHF 1’500.-. Marie priorisiert ihre Ziele und hat – nebst ihrem Steuer- und Notgroschenkonto – ein Sparkonto für Ferien, die Hochzeit und ihre Ausbildung. Um ihr Hochzeitsziel zu erreichen, spart Marie CHF 208.- pro Monat. Übrig bleiben nun CHF 1’292.- Da sie für ihre Ausbildung kein zeitliches Ziel hat, teilt sie erstmal CHF 700.- ihren persönlichen Ausgaben zu. Mit diesem Betrag fühlt sie sich wohl und hat nicht das Gefühl eingeschränkt zu sein. Übrig sind CHF 492.-. Diese kann sie nun zwischen Ferien und Ausbildung aufteilen oder komplett für die Ausbildung sparen.
Selbstverständlich gibt es mehrere Varianten zur Einteilung des Budgets. Diese erläutere ich dir gerne in einem der nächsten Blogposts.
Schritt #3: Das Mehrkontenprinzip
Geschafft! Das schwierigste hast du nun hinter dir und dein Budget steht. Ich gratuliere dir herzlich! Wie haltest du dich jetzt daran? Hierfür nutze ich das Prinzip «Aus den Augen aus dem Sinn». Das bedeutet, ich habe verschiedene Konten und sogar verschiedene Finanzanbieter.
- Lohn- oder Privatkonto: Dieses ist bei Finanzanbieter A und wird für meine persönlichen Ausgaben genutzt. Darunter fallen zB Ausgang, Wimpern, Shopping usw. Von diesem Konto habe ich eine Debitkarte.
- Haushaltskonto: Dieses ist bei Finanzanbieter B. Die monatlichen Fixausgaben werden direkt nach Lohneingang auf dieses Konto überwiesen. Von diesem Konto aus werden bspw. Miete, Tank, Strom und Versicherungen bezahlt. Hierfür habe ich ebenfalls eine Debitkarte.
- Sparkonto «Steuern»: Dieses ist ebenfalls bei Finanzanbieter B. Damit ich nicht in Versuchung komme, Kontoübertrage zu tätigen und Geld auszugeben.
- Sparkonto «Notgroschen»: Dieses ist bei Finanzanbieter A, B oder sogar C. Je nach dem wie sicher deine Arbeitsstelle ist, solltest du 3-6 Monate fixe Ausgaben angespart haben.
- Sparkonto «Ziele»: Dieses ist ebenfalls bei Finanzanbieter A, B oder C und richtet sich ganz nach deinen Zielen und Bedürfnissen.
Fazit
Dank diesen 3 Schritten hast du anfängliche Organisation und Struktur in deine Finanzen gebracht. Du weisst nun wofür du sparst, kennst deine Ausgaben und hast eine Struktur in deine Bankkonten gebracht. Selbstverständlich belassen wir es jedoch nicht dabei. 🙂
Die nächsten Schritte und Details erläutere ich dir gerne in den nächsten Blogposts.